Stellungnahme des VFB Gaggenau zum Vorfall vom 17.9.2017 und den Entwicklungen danach

Nun hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen zwei Spieler des FV Ötigheim eingestellt! Dies ist ein formaljuristischer Akt, der unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Jede Staatsanwaltschaft hat dabei einen gewissen Ermessensspielraum, so interpretiere ich die entsprechenden Paragraphen unseres Strafgesetzbuches!

1. Es ging um den Vorfall der Beleidigung eines VFB Spielers, der eindeutig rassistischen Hintergrund hat, dies bestätigen mehrere Zeugen.
Nun sagt die Staatsanwaltschaft sinngemäß, dass dies ein Beleidigungsdelikt gewesen sei, der aber keine größere Öffentlichkeitsrelevanz gehabt hätte. Um den Fall zu
verfolgen hätte der Spieler bzw. wohl der Verein für den Spieler Anklage erheben müssen.
Der VFB Gaggenau hat das nicht getan:
a) um den zutiefst gekränkten und verunsicherten Spieler nicht in ein solches Verfahren zu schicken, dem er als junger Mensch, kaum
der deutschen Sprache mächtig, nicht gewachsen gewesen wäre,
b) weil der Verein davon ausging, dass diese bezeugte Beleidigung, die wohl mehrfach geäußert wurde,
ausreicht, um ein Ermittlungsverfahren quasi automatisch durch die Staatsanwaltschaft zu eröffnen,
c) der VFB wollte von seiner Seite nichts unternehmen, um die Situation
zu verschärfen!
Im Nachhinein sind wir nicht mehr sicher, ob dieses zurückhaltende Verhalten richtig war!

2. Die Staatsanwaltschaft konnte aus den Zeugenaussagen nicht zweifelsfrei ableiten, dass der „Hitler-Gruß“ in der ´reinen´ Form wirklich gezeigt wurde!
Warum hat eine nicht zu kleine Anzahl von Personen dies wohl bezeugt?
Aus Übermut, aus Absicht, um dem Gastverein bzw. dessen Spieler zu schaden? Das kann ich nicht
erkennen!

Die Zeugen der Anklage stammen nicht nur aus dem Umfeld des VFB Gaggenau, und auch wir als VFB haben kein Interesse an Falschaussagen oder Denunziation, dies möchte ich hier ganz ausdrücklich betonen.
Wenn Spieler von uns nach den damaligen Vorfällen überreagiert haben, dann ist das den Vorfällen geschuldet und nicht einer immanenten Aggressionshaltung! Und da darf ich nochmals darauf hinweisen, dass unser dunkelhäutiger Spieler während des Spiels über einen längeren Zeitraum beleidigt wurde!

Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft ist kein Freispruch, schon gar kein Freispruch Erster Klasse! Es ist eine Ermessensentscheidung, die Staatsanwaltschaft hat keine Anhaltspunkte gesehen, ein Gericht über die gesamte Angelegenheit schauen und urteilen zu lassen!
Im Übrigen gilt: Auch ein Gericht kann einen Freispruch aussprechen und die Staatsanwaltschaft bzw. die Verteidigung hätte genug Möglichkeiten im Laufe des Verfahrens dafür zu plädieren!

Wir, der VFB Gaggenau, wollten diese Angelegenheit längst abgeschlossen haben und vor allem wollten wir keinen Dauerkonflikt mit dem FV Ötigheim bzw. dessen Verantwortlichen; die Rückspiele in Ötigheim verliefen auch friedlich und sportlich korrekt!
Jedoch werden wir erneut auf der Homepage des FVÖ so hingestellt, als ob der VFB Verursacher der Vorfälle und des Verfahrens sei und wir im Übrigen auch viele böse Buben (sprich: Spieler) in unseren Reihen hätten!

Norbert Lais
1. Vorsitzender
VFB Gaggenau 2001 e.V.